Heimunterbringung

Ethische Fragen in internationaler Adoption betreffen nicht nur die Adoptionsverfahren sondern auch die Heimunterbringung von Kindern. Adoptionen sind begründet, wenn sie dem Kindeswohl mehr dienlich sind als eine Unterbringung im Heim. Es gibt seit mehr als fünfzig Jahren empirische Forschungen zum Thema Auswirkungen von Heimunterbringung und diese sind eindeutig. Als ein Beispiel für eine sogenannte Metastudie (eine Studie die die Ergebnisse anderer Studien zusammenfasst) sei hier auf den Aufsatz von Johnson et al. verwiesen, die aus einer Gesamtzahl von über 2.500 empirischen Studien 27 herausgriffen und deren Ergebnisse zusammenfassend auswerten.
Frühe Heimunterbringung hat folgende Auswirkungen für die betroffenen Kinder:

physische Unterentwicklung (Gewicht, Größe, Kopfumfang)
Hör- und Sehbehinderungen
verzögerte motorische Entwicklung
schlechterer Gesundheitszustand allgemein
Lernschwierigkeiten
soziale Auffälligkeiten
Bindungsschwierigkeiten
emotionale Probleme
niedrigere Intelligenz
verminderte kognitive Leistungsfähigkeit

In der Studie wird zudem am Beispiel rumänischer Kinder, die nach Großbritannien adoptiert wurden, gezeigt, dass bei Kinder diese frühen Schäden durchaus wieder reparabel sind, wenn sie in Familien kommen, die sie in ihrer Entwicklung unterstützen.

Die Studie schliesst mit folgenden Worten: "Analytische epidemiologische Studiendesigns (einschliesslich Kontrollgruppen) zeigen, dass junge Kinder in Heimunterbringung ohne Eltern Risiken von Schädigungen bezüglich Bindungsstörungen und Entwicklungsverzögerungen in sozialen, verhaltens- und kognitiven Bereichen ausgesetzt sind. Verzögerung in Wachstum, Nervenentwicklung und abnormale Gehirnentwicklungen wurden zudem festgestellt. Die Vernachlässigung und der Schaden, der durch Heimunterbringung erfolgt, ist einer Gewaltanwendung an kleinen Kindern gleichzusetzen."